Anschlussflug

Wer in den Urlaub fliegt, ist oft darauf angewiesen, mehrere Flüge miteinander zu verbinden. Denn nicht immer kann der Traumurlaub von einem Flughafen in der Nähe starten. Dann bucht man einfach mehrere Flüge zum Ziel und hofft, dass mit dem sogenannten Anschlussflug alles klappt. Geht alles gut, ist ein Anschlussflug eine angenehme Sache: Man steigt aus dem einen Flugzeug aus, muss sich weder um Gepäck noch um den Check-in kümmern, trinkt einen Kaffee und steigt in den nächsten Flieger ein. Zwischenlandungen sind nicht nur dann notwendig, wenn eine Tankfüllung für die Flugstrecke nicht ausreichen würde. Besonders für Individualreisende ist es zunehmend attraktiv, gezielt Flug und Anschlussflug zu buchen. Gerade wer Zeit hat, kann so den Preis einer Reise unter Umständen erheblich senken. Hat man einen Anschlussflug gebucht, wird das gesamte Gepäck auf dem Flughafen automatisch zum nächsten Flug weitergeleitet. Auch das Schlangestehen am Check-in wird erspart. Bei den meisten Flughäfen folgt man einfach den Hinweisschildern „Connecting Flight“ und landet im Inneren des Flughafens: in der „Flanier- und Gastromeile“. Wann man zu welchem Gate kommen muss, ist in der Regel auf dem Flugticket vermerkt und lässt sich auf den Monitoren überprüfen.

Verpasster Anschlussflug? Worauf man achten sollte

Was aber, wenn das erste Flugzeug verspätet landet und der Anschlussflug bereits über alle Wolken ist? Solche und ähnliche Sorgen machen sich viele Flugreisende. Verpasst der Reisende seinen Anschlussflug durch die Verspätung des Zubringers der gleichen Gesellschaft, muss die Fluggesellschaft dem Gast einen anderen Flug anbieten. Auch muss die Airline die Passagiere mit Essen und Getränken versorgen, wenn der nächste Flug erst später kommt. Haben die Fluggäste jedoch die beiden Teilstrecken bei unterschiedlichen Airlines gebucht und die Erste ist verspätet, dann hat man leider Pech, denn keine der beiden Airlines muss sich dann um den Passagier kümmern. Je nach Buchungsklasse verfällt das Ticket für den Anschlussflug meist. Andere Ansprüche können nicht geltend gemacht werden. Dies entschied der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 30. April 2009. Deswegen ist beim Anschlussflug angeraten, den Flug bei einer Gesellschaft zu buchen oder zumindest bei dem Airline-Verbund. Dann ist auch gewährleistet, dass die Fluggesellschaft prüft, ob der Anschlussflieger noch länger warten kann oder die Passagiere auf andere Anschlussflüge umgebucht werden sollten. Jedoch sind auch die Passagiere in der Pflicht. Diese dürfen beim Umsteigen nicht trödeln und noch einkaufen gehen, wenn die Zeit knapp ist. Erscheint der Fluggast nicht rechtzeitig zur Abfertigung, kann laut der BGH-Entscheidung nicht von „Nichtbeförderung“ gesprochen werden. Nur wenn eine solche vorliegt, das heißt, dem Gast der Transport gegen seinen Willen verweigert wird, ist die Fluggesellschaft zu weiteren Ausgleichszahlungen verpflichtet.