Charterflug

Der englische Begriff „Chartern“ bezeichnet im Allgemeinen die zeitweise vertraglich geregelte Überlassung eines Gegenstandes gegen eine Zahlung eines Nutzungsentgeltes. Üblicherweise werden vorrangig in der Schifffahrt und im Luftverkehr der Begriff des Charterns benutzt. Charakteristisch für einen Charterflug ist somit, dass ein Reiseveranstalter bei einer Fluggesellschaft auf eigenes Risiko Flugplätze kauft, sprich: chartert, um diese mit Zusatzleistungen, wie zum Beispiel einer Ferienunterkunft und einem organisierten Transfer zum Hotel, zu verknüpfen und dann als komplettes Pauschalreiseangebot anzubieten. Synonym zum Charterflug werden auch die Begriffe „Bedarfsflugverkehr“, „Order-“ oder „Anforderungsverkehr“ gebraucht, im internationalen Luftrecht als „Non-Scheduled-Traffic“ bezeichnet. Im Gegensatz zu einem Linienflug stellt der Charterflug eine nur gelegentliche, zu bestimmten Anlässen betriebene Beförderungsmöglichkeit dar. Hierbei können gleichwohl Personen als auch Güter befördert werden. Die grundlegende Idee dieser Gelegenheitsflüge beruht auf dem Wunsch, Touristen preisgünstig an ihr gewünschtes Ziel zu befördern. Preisunterschiede zu einem regulären Linienflug ergeben sich durch die Befreiung von einem Charterflug von bestimmten Steuern und Abgaben. In zwischenstaatlichen Abkommen knüpfte man diese Vergünstigungen, zum Schutz der nationalen Fluggesellschaften, an bestimmte Vorschriften. So darf ein Charterflug zum Beispiel nur im Zusammenhang mit einer Leistung der Tourismusbranche angeboten werden. Dies soll sicherstellen, dass Devisen in das Land fließen. Um die Flüge preisgünstig anbieten zu können, trifft man häufig auf eine engere Bestuhlung. Die Auslastung liegt mit 80 bis 90 Prozent höher als bei dem regulären Linienflugverkehr. Außerdem führen Einsparungen im Verwaltungsbereich und die Senkung der Abfertigungskosten zur Kosteneinsparung, welche direkt an die Kunden weitergegeben werden können. Preismindernd wirkt sich auch der Verkauf von Einzelsitzplätzen aus.