Duty-Free

Der Begriff „Duty-Free“ bedeutet wörtlich (aus dem Englischen) übersetzt: „abgabefrei“. Man versteht darunter das zollfreie Einkaufen an Flughäfen oder auf Fähren. In Duty-Free-Shops kann man auf Reisen zwischen zwei Zollstellen Waren zu besonders günstigen Preisen einkaufen. Auf die angebotenen Produkte wird kein Zoll und darüber hinaus keine Mehrwertsteuer sowie Verbrauchssteuer für den Flug- oder Fahrgast erhoben, weshalb ein enorm niedriger Preis für den Käufer angeboten werden kann. Inzwischen haben sich vor allem auf Flughäfen viele kleinere und größere Läden etabliert, die ihre Waren anbieten. Auf großen Airports erinnern die Läden bereits an Shoppingmalls, durch die man schlendern und sich zum Kauf inspirieren lassen kann. Vor allem zwei große Anbieter teilen sich das Geschäft der Duty-Free-Läden. Am bekanntesten sind die Gebrüder Heinemann, die erstmals 1879 als Schiffsausrüster im Hamburger Hafen, der heutigen Speicherstadt, ihre Waren anboten. Noch heute ist das Unternehmen inhabergeführt und hat sich zu einem modernen Einzelhändler entwickelt, mit Spezialisierung auf den internationalen Reisemarkt.

Preisvorteil im Duty Free

Doch was kann man alles kaufen in den Duty-Free-Geschäften? Das Sortiment auf den internationalen Flughäfen, den Airlines und Kreuzfahrtschiffen ist groß und umfasst vor allem Markenartikel aus den Bereichen Parfüm & Kosmetik, Süßwaren, Wein & Spirituosen sowie Delikatessen. Meistens bei Kosmetikprodukten, Parfüm sowie Tabakwaren und alkoholischen Getränken sind die Preise beim Duty-Free-Einkauf deutlich geringer als im Vergleich zu versteuerten Produkten. So kann jeder, der umsichtig einkauft, auf dem Flughafen oder dem Kreuzfahrtschiff ein Schnäppchen machen. Hinzu kommt, dass die Handelsgrößen von Parfüm oder Wein & Spirituosen oftmals andere sind, als zuhause und damit noch günstiger. Zum Beispiel werden alkoholische Getränke in Literflaschen abgegeben statt in 0,75 Literabmaßen. Doch kann man ungehindert einkaufen gehen in den Duty-Free-Geschäften?

Gesetzlicher Rahmen zum Duty Free Einkauf

Leider sind dem Einkaufen auch Grenzen gesetzt. Die EU hat klare Richtlinien, wie viele nicht-versteuerte Waren ein Reisender einführen darf. Sowohl die Mengen sind bei, zum Beispiel Alkohol und Zigaretten, begrenzt als auch der Betrag der Waren, der nicht überschritten werden darf. Und es gibt Unterschiede, ob jemand aus einem EU-Staat einreist oder einem Nicht-EU-Staat. Wenn man mindestens 17 Jahre alt ist und aus Nicht-EU-Staaten einreist, dann darf man zum Beispiel nicht mehr als 200 Zigaretten oder 250 Gramm Rauchtabak bei der Einreise in die EU mitbringen. Zudem ist nur ein Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 Prozent erlaubt. Wer aus EU-Staaten einreist und mindestens 17 Jahre alt ist, der darf schon die vierfache Menge an Tabak einführen und auch beim Alkohol sind die Freigrenzen höher. Jedoch darf pro Passagier der Wert der eingekauften Waren nicht über 430 Euro hinausgehen. Die Anzahl der Gepäckstücke ist nicht limitiert. Kontrolliert wird dies vom Zollamt des Flughafens beziehungsweise des Hafens. Wird bei der Einreise in die Europäische Union eine Zollkontrolle durchgeführt und ein zu hoher Wert der Duty-Free-Waren ermittelt, muss der Passagier die jeweils im Land übliche Mehrwertsteuer nachzahlen. In Deutschland liegt diese bei 19 Prozent. Steuerfreies Einkaufen ist innerhalb von Deutschland auf den Fähren vom Festland nach Helgoland und zu den Kanalinseln möglich. In Europa gibt es weitere Oasen vom Duty-Free: Sowohl in der Schweiz als auch in Italien können Reisende in kleinen Orten Waren erwerben, ohne die sonst übliche Steuerlast tragen zu müssen. Wer öfter reist, der entdeckt auch die Vorteile der Duty-Free-Geschäfte in den unterschiedlichen Ländern der EU. Was in Deutschland günstig ist, kann in Spanien am Flughafen zum Beispiel viel teurer sein. In den meisten Shops dieser Welt sind jedoch Zigaretten besonders preiswert. Hier können Raucher also wirklich gegenüber dem Einzelhandel sparen. Wer die Vorteile nutzen möchte, der muss am Flughafen immer seine Bordkarte zeigen. Ohne die läuft nichts. Kauft man Cremes oder Parfüm sowie alkoholische Getränke, dann darf man diese auch im Flugzeug mit sich führen. Die Verkäufer in den Shops verschließen die Waren so, dass ersichtlich ist, wo diese gekauft wurden. Am besten man lässt die Einkaufstüte bis zur Landung des Flugzeugs geschlossen, damit keine Unannehmlichkeiten passieren.