Flugangst

Aviophobie so lautet der Fachbegriff für Flugangst. Damit wird die krankhafte Angst vor dem Fliegen bezeichnet. Flugangst äußert sich durch unterschiedliche Symptome. Sie können schon Tage vor dem eigentlichen Start auftreten, erst am Gate oder direkt im Flugzeug. Zu den bekanntesten Symptomen gehören nassgeschwitzte Hände, Krämpfe im Magen- und Darmbereich, rasendes Herz, Atemabflachung, Schwindel, schmerzender Kopf und auch Übelkeit. Neben diesen Symptomen erfasst den Passagier eine Panik, die ihn scheinbar vollständig lähmt.

Die Verbreitung der Flugangst liegt in Deutschland bei 15 Prozent. Dazu kommen 20 Prozent der Bevölkerung, die sich an Bord eines Flugzeuges nicht wohlfühlen. Die Gründe für die Flugangst sind in der Regel die Angst vor Kontrollverlust, die Angst vor einem Absturz sowie die Angst vor der Höhe. Auch die Angst vor einem Terroranschlag gehört seit knapp einem Jahrzehnt zu den wichtigsten Ursachen. 68 Prozent der von Aviophobie Betroffenen sind bereits geflogen und das ohne Probleme. Die Angst davor trat plötzlich auf und ohne erkennbaren Grund. Bei 23 Prozent der Betroffenen kam es zu Flugangst aufgrund von negativen Erfahrungen während eines Fluges, wie etwa eine Notlandung oder starke Turbulenzen. 9 Prozent sind noch nie geflogen, hier ist die Aviophobie eine Angst vorm ersten Flug. Interessant ist, dass ein Großteil der Betroffenen, und zwar 79 Prozent, selbst denkt, dass ihre Flugangst übertrieben und unangebracht ist.

Therapie und Heilung von Flugangst

Therapien gegen Aviophobie beruhen meist auf der Konfrontation mit der Angst. So kann beispielsweise Virtual Reality dabei helfen, den Flug zu simulieren. Die Patienten lernen dann im Rahmen einer Verhaltenstherapie, wie sie mit ihren Ängsten umgehen können. Auch werden von Airlines und anderen Anbietern Flugangstseminare offeriert. Hier erfahren die unter Angst leidenden Menschen viel darüber, wie Fliegen überhaupt funktioniert, welche psychologischen Vorgänge hinter der Aviophobie stecken und was dagegen unternommen werden kann. Kurse zur Flugangst wurden sogar von Stiftung Warentest getestet und mit sehr gut, gut und befriedigend bewertet.
Die Heilungschancen von Flugangst bzw. die Chancen darauf, dass sie kleiner wird, stehen sehr gut. Laut Statistik liegt die Erfolgsquote zwischen 70 und 95 Prozent. Dabei haben Verfahren, die auf virtueller Konfrontation (das Fliegen wird mittels Computer simuliert) und konventionelle Konfrontationsverfahren gleich hohe Erfolgsaussichten.

Flugzeugabstürze werden in den Medien sehr ausführlich behandelt. Autounfälle sind, wenn überhaupt, eine Randnotiz in den Nachrichten. Sie werden als alltäglich wahrgenommen. Deshalb sind in der menschlichen Erinnerung Flugzeugunfälle wesentlich präsenter als Autounfälle. So ist zu erklären, dass Passagiere die Wahrscheinlichkeit eines Flugzeugabsturzes viel höher bewerten, als sie in Wahrheit ist. Rational gesagt: Wenn jemand keine Angst vor dem Autofahren hat, dann muss er erst recht keine Angst vor dem Fliegen haben.