Flugzeug Absturz

Kommt es bei einem Flugzeug zum Absturz, unterscheidet man bei der Untersuchung zwischen verschiedenen Formen von Flugunfällen verstanden. So definiert die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung einen Flugzeugabsturz als Unfall, bei dem die Flugfähigkeit der Maschine verloren geht, sie also nicht mehr gelandet werden kann. Andere Flugunfälle sind etwa die Bruchlandung und Start- sowie Rollunfälle. Auch das Controlled flight into terrain wird in dieser Hinsicht nicht als Flugzeugabsturz definiert. Hierbei kollidiert ein voll funktionierendes Flugzeug mit dem Gelände.

Die Flugfähigkeit eines Flugzeuges ist übrigens nicht von den Triebwerken abhängig. Selbst wenn alle Turbinen ausfallen, kann es trotzdem noch fliegen. Um dabei auf die notwendige Geschwindigkeit zu kommen, führt es einen Sinkflug aus. Eine sichere Landung ist auch ohne Triebwerkskraft möglich. Als Beispiel sei dazu der Air-Transat-Flug 236 am 24. August 2001 genannt. Der Airbus A330-200 verlor unbemerkt, wegen eines Lecks, seinen gesamten Treibstoff über dem Atlantik. Im Gleitflug flog er aber weiter und konnte sicher auf einem Militärflugplatz in Portugal landen. Die 306 Passagiere überstanden die Landung ohne Verletzungen. Zogen sich aber Blessuren zu, als die das Flugzeug verließen.

Im Flugzeug einen Absturz zu erleben ist sehr unwahrscheinlich

Fällt der Blick in die Geschichte, dann offenbart sich, dass trotz der extremen Zunahme des Flugverkehrs die Abstürze nicht im gleichen Maße zunahmen. Das Gegenteil ist der Fall. So gab es in den 1970er-Jahren die meisten Todesopfer durch Flugunfälle. In manchen Jahren über 2.300 Tote. Seitdem sinkt die Zahl und seit der Jahrtausendwende liegt die Zahl bei weniger als der Hälfte als noch in den 1980er-Jahren. Eine Entwicklung, die sich laut Schätzungen fortsetzen wird. Doch trotzdem ist die Angst, in einem Flugzeug einen Absturz zu erleben weitaus größer, als vor einem Autounfall. Denn in ihren Wagen setzen sich die Menschen jeden Tag ohne Befürchtungen. Das liegt an der sogenannten „Verfügbarkeitsheuristik“. Das ist ein bekannter Denkfehler bei der Abschätzung von Wahrscheinlichkeiten. Hier werden nämlich in den Medien extrem präsente Ereignisse, wie eben der Absturz eines Flugzeugs, als groß und wichtig abgespeichert. Autounfälle, die es praktisch jeden Tag gibt, erregen hingegen die Aufmerksamkeit des Menschen kaum und sind oft medial gar nicht vertreten. Muss nun der Mensch beurteilen, wie wahrscheinlich es ist, in einem Flugzeug einen Absturz mitmachen zu müssen, erinnert er sich nur an die großen Flugunfälle und schätzt dementsprechend die Wahrscheinlichkeit eines Absturzes als viel zu hoch ein.

Die meisten Flugunfälle passieren nicht in der Luft, sondern während des Starts und der Landung. Doch hier können die Passagiere selbst viel für ihre Sicherheit tun, indem sie die Sicherheitshinweise des Kabinenpersonals streng beachten. Wer also wirklich sicher reisen will, der nimmt die Bahn zum Flughafen und startet dort mit dem Flieger in den Urlaub.