Passagierlisten

Als Passagierlisten werden Auflistungen von Fahr- oder Fluggästen eines Transports durch eine Transportfirma bezeichnet. Auf dieser Liste werden alle Passagiere von einem Flug oder von einer Fahrt erfasst. Wird ein Flug mit einem Flugzeug oder eine Fahrt mit einem Schiff gebucht, so werden die Reisewilligen namentlich in solchen Passagierlisten erfasst. In den meisten Fällen werden auf diesen Dokumenten die Namen der Passagiere, die Route sowie die Flug- und die Buchungsnummer verzeichnet. Da diese Listen solche persönlichen Daten enthalten, unterliegen sie dem Datenschutz und sind damit nicht öffentlich einsehbar. Bereits die gewerbliche Schifffahrt im 19. Jahrhundert über den Atlantischen Ozean nach Amerika führte Passagierlisten über die Personen, die nach Amerika versetzt wurden. Dadurch ist es heute möglich, zum Beispiel nach Vorfahren zu suchen, welche nach Amerika ausgewandert sind, denn diese alten Passagierlisten wurden archiviert und aufbewahrt und sind heute einsehbar. In großen Archiven vorhanden, spielen diese Listen heute eine große Rolle in der Ahnenforschung und sind dort von enormer Bedeutung. Zu dieser Zeit erfasste man auf den Listen nicht bloß die Namen der Reisenden, sondern gleichzeitig deren letzte Wohnorte und oft auch deren Geburtsorte.

Wissen, wer im Flugzeug sitzt

In unserer heutigen Zeit haben Passagierlisten für die internationalen Sicherheitsbehörden eine immense Bedeutung. Vor allem in den USA gibt es vonseiten dieser, vermehrt seit den Vorkommnissen des 11. Septembers 2001, ein großes Interesse an den Papieren der Fluggesellschaften, in Bezug auf die Terrorabwehr. Sollte es einmal dazu kommen, dass ein Flugzeug oder ein Schiff verunglückt, so helfen die Dokumente dabei, zu klären, wer sich an Bord befunden hat sowie die Passagiere zu identifizieren. Wie die Veröffentlichung der Passagierlisten für die Angehörigen nach einem Flugzeugunglück funktioniert, regelte 2012 das EU-Parlament. Ein Gesetz sieht vor, dass die Fluggesellschaften dazu verpflichtet sind, bei einem Unglück innerhalb von zwei Stunden diese Listen vorzulegen. Damit ist gewährleistet, dass die Angehörigen schnell Gewissheit erhalten, ob ihre Angehörigen an Bord waren. Zudem regelt das Gesetz die Unabhängigkeit bei den Untersuchungen von Flugunglücken. Bei der Betrachtung darüber, wie die Passagierlisten geführt werden sollten, gibt es jedoch inzwischen Unterschiede. In Großbritannien fordert man seit Kurzem erweiterte Passagierlisten. Darin vermerkt werden sollen auch die Heimatadresse oder Kreditkartennummer des Reisenden. Doch die deutschen Fluggesellschaften weigern sich aus Gründen des Datenschutzes, solche Liste herauszugeben. Großbritannien begründet diese Forderung aber auch mit der Terrorabwehr, da die deutschen Fluglinien zu den zehn Prozent aller dort landenden Flüge gehören, die keine dieser erweiterten Listen ausstellen.